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Damen I - Der Mann mit Eigenschaften (Artikel RHEINPFALZ 05.11.2011)

Handball: Der viel beschäftigte Daniel Meyer ist morgen als Trainer von Kandels Frauen gefordert
 
KANDEL (thc). Der Mann hat als kaufmännischer Angestellter beim Sportmode-Label „Four Seasons” in Landau geschäftlich mit Sport zu tun, er ist Schulsportreferent im Pfälzer Handball-Verband und führt den Blog „Handballcoaching”. Im Spiel bei der TSG Friesenheim am Sonntag (16 Uhr) aber ist Daniel Meyer (30) als Trainer des Frauenhandball-Oberligisten TSV Kandel gefordert.
 
Mit 10:4-Punkten ist Kandel nach sieben Spieltagen die Nummer 1 der sechs pfälzischen Oberligisten in dieser Klasse. „Wir haben ein Auftaktprogramm gehabt, das dankbar war, die ,Knallerpartien' gegen Konz und Wittlich stehen noch aus”, sagt Meyer, der im vergangenen Jahr im Badischen den Trainer-B-Schein löste, über die Momentaufnahme. Der Kandeler spielte in Kandel und später beim SV Hagenbach, als der - mit den Trainern Eyub Erden und Jochen Hilsendegen und Spielern wie Jörg Sauer und Christian Bürger in der höchsten pfälzischen Klasse antrat. Wegen einer Schulterverletzung stieg er vor sieben Jahren auf Jugendtrainer um. Beim TSV Kandel übernahm der Zweitmannschafts-Trainer im Sommer die Nachfolge von Jens Rührer.
 
„Es läuft sehr gut, das hat mit der sehr guten Übergabe von Jens Rührer zu tun, mit dem ich vorher schon konzeptionell auf einer Linie war”, betont Meyer. Wobei jeder sein „eigenes Geschmäckle” habe. Grundspiele drei gegen drei und vier gegen vier trainiert er so lange, bis es den Mädchen zum Hals heraushängt. Behauptet er.
 
In seinem Blog schreibt er, wenn ihm Dinge auffallen und er Lust und Zeit hat. Nach dem Bundesligaspiel Füchse Berlin gegen HSV Hamburg war dies der Fall. Meyer geht auf asymmetrisches Abwehrverhalten ein, das im Spitzenbereich zunehme. Vereinfacht ausgedrückt: Etwa eine 5-1-Deckung gegen den stärksten gegnerischen Rückraumspieler auf der Halbposition, um eine komplette Angriffsseite lahm zu legen. „Die Hamburger”, hat er beobachtet, „haben es nur einmal geschafft, auf der linken Seite ein Tor zu werfen.”
 
Bruchstücke der Lehren aus dem Spitzenhandball hält er in seiner Mannschaft für umsetzbar. Kleinigkeiten, die er für sich auswähle. Meyer spricht vom „freien kooperativen Spiel”, das besser werden könne. Dass jeder zunächst selbst scharf darauf sein müsse, das Tor zu erzielen, jeder indes auf jeder Position in der Lage sein müsse, mit dem Kreisspieler zusammenzuspielen. Im Verband betreut er das Konzept „Handball bewegt Schule”. Ein eher kleineres Spielfest mit 100 Kindern hat zuletzt in Bornheim stattgefunden. Mit dem Verein vor Ort, mit Eltern, Schulelternbeiräten und Schiedsrichtern hatte er 13 Helfer für zwei zweieinhalbstündige Durchgänge. Ein Aspekt ist, Kindern ein „positives Bewegungserlebnis” zu vermitteln. Ziel der Aktion ist, in den Schulen Handballer zu gewinnen.
 
Meyer erzählt von positiven Rückmeldungen darüber, dass immer wieder Kinder in Vereinen anfangen. Ihm ist wichtig, dass ein Spielfest, 250 Kinder waren in Rodalben, den Teilnehmern im Gedächtnis bleibt, sie, wenn später vielleicht mal der Freund oder die Freundin in den Verein geht, sich anschließen, weil sie in Erinnerung haben, „Handball ist gut”.
 
Morgen kann Meyer wieder zeigen, dass er ein guter Trainer ist.
 
Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Speyerer Rundschau
Ausgabe: Nr.257
Datum: Samstag, den 05. November 2011
Seite: Nr.12

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